Zugspitze

Ich habe neulich gelesen, dass Reinhold Messner bereits mit fünf (!) Jahren seinen ersten Dreitausender bezwungen hat - Dolomiten, Villnöß, Südtirol. Er wurde da offenbar einfach so von seinen Eltern hochgeschleift, zusammen mit einem seiner Brüder. Messner wurde anschließend Extrembergsteiger, der Bruder Psychoanalytiker, die Berge mochte er nicht mehr so, das war also womöglich für beide ein einschneidendes Erlebnis. Bei mir hat das jetzt alles ein bisschen länger gedauert, am Ende fehlten 38 Meter, und überhaupt konnte man mit Zahnradbahn und Gondel rauf - trotzdem, die Zugspitze, der höchste Berg Deutschlands, 2.962 Meter: mein erster Fast-Dreitausender, trotz Höhenangst. Ich bleibe dran.

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Walreise

Der Plan war, mal ein paar Monate lang Wale anzuschauen. Und dabei so lange nach Westen zu fliegen, bis wir wieder zuhause sind. Weiterlesen

Australien

Ich bin normalerweise ja nicht so der Strand-Typ: Beim In-der-Sonne-liegen wird mir nach einer halben Stunde langweilig, außerdem bekomme ich superschnell Sonnenbrand und dieses ewige Eincremen nervt natürlich auch. Wir sind zum Ende unserer Reise jetzt trotzdem nach Australien gefahren.

Zum einen, weil man da um diese Zeit ganz hervorragend Wale anschauen kann, und darum ging es ja die ganze Zeit schon, und zum anderen dachte ich, dass es vielleicht eine ganz gute Idee ist, zum Ende so einer langen Reise auch einfach mal ein bisschen am Strand zu sitzen und aufs Meer zu schauen.

Wir sind also knapp drei Wochen lang die australische Ostküste entlang gefahren und haben von Hervey Bay bis Sydney alle verfügbaren Strände angeschaut und ausprobiert, und ich habe dabei festgestellt, dass so ein paar Wochen am Strand schon wirklich sehr, sehr okay sind.

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Neuseeland

Wir mussten uns ein bisschen reinarbeiten in dieses Neuseeland, in den ersten Tagen hat es wirklich fürchterlich geschüttet, überflutete Straßen, gesperrte Peninsulas, den ganzen Tag Regen, Regen, Regen und beim Blick auf den Forecast für nahezu jeden Ort und jeden Tag immer wieder nur neuer Regen, Regen, Regen. Ein endloser Monsun, und ich war mir zwischendurch schon wirklich nicht mehr so sicher, ob es eine gute Idee war, Neuseeland im September/Oktober zu besuchen.

Wir haben dann ein kurzes Regenkrisengespräch geführt und Theresa hat gesagt, das wir das jetzt halt so annehmen müssen, also haben wir das dann so angenommen: Wenn es nur stark aber nicht sehr stark geregnet hat, sind wir eben wandern gegangen, und dabei ist mir aufgefallen, dass Neuseeland auch bei Regen ein sehr, sehr spektakuläres Land ist. Nach einer Woche war mir das Wetter dann fast egal, campen bei 5 Grad und wandern bei Dauerregen: kann ich jetzt, hätte ich so auch nicht gedacht, wahrscheinlich ist so eine Reise auch für so etwas gut, ich bin jetzt wohl wetterfest.

Ein paar Tage später war dann urplötzlich Schluss mit Regen, fast jeden Tag Sonne, wir sind einmal um die ganze Südinsel gefahren - Marlborough Sounds, Kaikoura Coast, Southern Alps, Fjordland, Otago Peninsula - und dabei ist mir dann aufgefallen, dass Neuseeland bei Sonne fast schon grotesk schön ist. Ich habe noch nie auf so wenig Raum eine solche Bandbreite und Intensität an Landschaft und Tierwelt erlebt wie hier, absolut spektakulär und außergewöhnlich. Ich weiß, ich bin öfter mal ein bisschen begeistert von irgendetwas, hier und jetzt bei Neuseeland ist das aber wirklich total und absolut gerechtfertigt.

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Vancouver Island

Vor ein paar Wochen in Grönland waren es die Eisberge: wahnsinnig schön und beeindruckend, ich habe tagelang nichts anderes gemacht, als Eisberge anzuschauen. Jetzt auf Vancouver Island war es der Regenwald. Wahnsinnig schön und chaotisch, ich habe tagelang nichts anderes gemacht, als Bäume und Farne und Moose zu fotografieren. Ich habe immer auch ein bisschen Angst vor diesem Regenwald, er ist unheimlich und voller Bären und Pumas, das kostet mich immer ein bisschen Überwindung, da einfach mal so loszuwandern. Ich habe zwar gelernt, dass Bären im Prinzip nicht gefährlich sind, Bären wollen im Prinzip immer nur ihre Ruhe, Pumas sind dafür aber unbedingt gefährlich, und manchmal verfolgen sie die Leute sogar, um ihre Chancen auszuloten - da sind die Hosen also immer auch ein klein bisschen voll, so zu zweit beim Wandern im Regenwald. Aber es lohnt sich halt auch!

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Quebec

Drei Wochen in Quebec. Gesehen: Vor allem Finnwale, Blauwale und Belugas. Und Leuchttürme. Gemacht: Ziemlich viel im Auto gesessen (1.000 km die Walroute entlang, 800 km um die Gaspesie herum), zwischendurch immer mal ausgestiegen und ein bisschen gewandert. Gehört: Das Quietschen und Pfeifen einer großen Gruppe Belugas beim Spielen in der Baie Sainte-Marguerite. Surreal. Geflasht: Zum ersten Mal Blauwale gesehen. Unfassbar groß. Gelernt: Mit englisch kommt man hier nicht so wirklich weiter, schon gar nicht auf dem Land. Gedacht: So viel Frankreich, mitten in Kanada.

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Grönland

Irgendwann hat Theresa gesagt, ich solle jetzt mal aufhören mit diesen Eisbergen auf Instagram, das sei doch jetzt wirklich genug. Mir fiel das nicht leicht, denn ich hätte noch ewig so weiter machen können, diese gigantischen weißen Eisklötze haben mich einfach viel zu sehr geflasht. Der Sermeq-Gletscher in Ilulissat ist der produktivste Gletscher der gesamten Nordhalbkugel, hier entstehen im Akkord Eisberge, die so riesig sind, dass sie es bis hinunter nach Neufundland schaffen. Der Grund (Klimawandel) macht sehr traurig, trotzdem kann ich mir kaum einen schöneren Anblick vorstellen. Ich habe mich daher eine Woche lang zu jeder Tageszeit in jedes verfügbare Boot gesetzt und mir Eisberge angeschaut. Die Auswahl war nicht einfach, hier jetzt aber die ca. 150 schönsten Grönland-Fotos. Es ist vor allem Eis zu sehen.

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Island

Zehn Tage Island: Wir waren viel draußen, haben uns eingewandert und eingecampt und auch ein paar Wale gesehen. Sehr super am Sommer-Camping in Island: Es ist fast bis Mitternacht hell. Und, die große Liebe wieder: Puffins!! Letztes Jahr in Norwegen alle total schreckhaft und kaum fotografierbar, in Island dagegen alle total entspannt. Klarer Punkt für Island. Jetzt weiter nach Grönland.

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Video: whaletrips

Wir haben mit Maximilian auch ein Video gemacht. Es hat schöne Musik und macht gute Laune, Theresa schaut es jeden zweiten Tag:

Fertig: whaletrips.org

Ich fahre mit Theresa ja ganz gern mal weg, setze mich in irgendein kleines Boot und schaue dann Wale an. Das macht immer ziemlich großen Spaß. Bislang habe ich allerdings keine gute Webseite gefunden, auf der man sich in diesem Bereich informieren kann: Wann muss man wohin, um welche Wale zu sehen? Warum macht das überhaupt Spaß? Und was kann man da noch so alles machen? So eine Seite gab's irgendwie nicht, drum haben wir jetzt eine gemacht - Tausend Dank an Tobias, Maximilian und Heiko, die in den letzten Monaten so viel mit mir daran gebastelt, gedengelt und gefrickelt haben. Vielleicht inspiriert sie ein paar Leute, vielleicht ist sie auch nur eine Spielerei, in jedem Fall ist sie jetzt live und ich freue mich sehr: 

www.whaletrips.org

Jetzt werden wir erstmal ein paar Monate wegfahren und vor Ort testen, ob wir auch wirklich gut recherchiert haben. Und falls wir unterwegs Netz haben, posten wir bestimmt mal ein paar Fluken.